Roland Trettl
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Mutig sein! Wer in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine Spuren

Südtiroler Sternekoch Roland Trettl („Ikarus“) wirbt im Impulsreferat für mehr Wagemut und Risikobereitschaft in der Gastronomie.

Sein Job als Küchenchef des „Ikarus“ im Hangar 7, dem kulinarischen Aushängeschild des Red Bull Konzerns in Salzburg, galt lange Zeit als der herausforderndste der Szene und machte Roland Trettl zur Legende. Mit Können, Energie und Begeisterung verlieh der junge Mann aus Südtirol dem „Ikarus“ erfolgreich Flügel. Unter der Schirmherrschaft von Eckart Witzigmann stellte er jeden Monat Spitzenköche aus aller Welt vor und erfand auf diese Weise ein völlig neues Restaurantkonzept. 2004 wurde Trettls Mut und Stehvermögen mit einem Michelin-Stern belohnt.

Vor seinem „Wahnsinnsprojekt“ in Salzburg kochte Trettl im Parkhotel Oberbozen, in der Münchner „Aubergine“ und im „Tantris“, auf Mallorca und in Tokio. Nach mehr als zehn Jahren im Hangar, in denen Trettl zeitweise mit bis zu vier Gastköchen gleichzeitig jonglierte und auf seinen Reisen die besten Köche der Welt verstehen lernte, hängte er Ende 2013 die Kochschürze freiwillig an den Nagel, um neue Wege zu gehen.

Die Wahrheit servieren:
Wenig später tauchte er als Juror in „The Taste“ auf und schrieb das Buch „Serviert“, das im November 2015 im Zabert-Sandmann-Verlag auf den Markt kam. In der Streitschrift enthüllt Roland Trettl, der als junger Koch lieber im Playboy blätterte als in Rezeptbüchern und mit seiner Unordnung den Lehrherrn Eckart Witzigmann zur Verzweiflung trieb, „die Wahrheit über die besten Köche der Welt“, über Selbstmarketing, über Sterne-Vergeber und Frauen in der Spitzengastronomie. Dass die Botschaft nicht immer schmeichelhaft ausfällt, versteht sich fast von selbst. Trettl ist einer, der an der Provokation seinen Spaß hat. Das wird in Bochum sicherlich nicht anders sein.

Widerspruch erlaubt:
Gerade mal 44 Jahre alt, hat der Südtiroler schon jetzt eine Menge zu erzählen. Bei dialog food+drink 2016 hält der freche Küchenzauberer deshalb nicht nur das Impulsreferat über sein Credo „Mutig sein!“, auch die schließende Podiumsdiskussion mit Gastrojournalisten unter Leitung von TV-Moderator Matthias Bongard wird er mit seinen Beiträgen würzen. Widerspruch ist übrigens jederzeit erlaubt. Roland Trettl „Wer sich gestört fühlt von meinen Äußerungen oder findet, dass ich einen an der Waffel habe, der darf an meine E-Mail schreiben.“ Öffentlich ist sie auch schon:

dem-trettl-mal-die-meinung-sagen@zsverlag.de

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